Unternehmensentwicklung

1907 – 1973  Elektrische Straßenbahn und O-Busse

1905
Am 26. Mai beschließt der Stadtrat, in Flensburg elektrischen Straßenbahnen einzuführen.

1907
Am 6. Juli wird die erste elektrische Straßenbahnlinie offiziell in Betrieb genommen. Die Linienführung entspricht der alten Pferdestraßenbahn, jedoch an beiden Seiten etwas verlängert: Terrassenstraße – Apenrader Chaussee – Neustadt – Rathausstraße – Südermarkt – Angelburger Straße – Hafermarkt/Bismarckstraße.

Die Flensburger Straßenbahn fährt elektrisch - hier in der Angelburger Straße

1911
Beschluss, die Straßenbahn bis nach Duburg und Mürwik zu erweitern.

28. Dezember: Die Straßenbahnlinie 2 von der Flurstraße über Burgplatz, Toosbüystraße und Schiffbrücke bis Norderhofenden geht in Betrieb.

1912
9. Februar: Die Straßenbahnlinie 3 nach Mürwik (Kelmstraße) nimmt den Betrieb auf. Das Liniennetz hat jetzt eine Gesamtlänge von 14,7 Kilometern.

Ab 1914
Die Straßenbahn wird auch für Verwundetentransporte zu den Lazaretten eingesetzt.

1917
Die Straßenbahn wird auch für Gütertransporte für die Marineverwaltung in Mürwik eingesetzt, vorwiegend für Kohletransporte. Dafür werden am Staatsbahnhof ein Ladegleis und in der Kelmstraße eine Rampe gebaut.

1922
Verlängerung der Linie 1 von der Terrassenstraße bis zur Glashütte.
Verlängerung der Linie 2 von der Flurstraße bis zum Marienhölzungsweg.
Zweigleisiger Ausbau der Linie 3 nach Mürwik (Kelmstraße).

Elektrische Straßenbahnen begegnen sich am Südermarkt. Anstelle der einstigen Kaffee-Rösterei befindet sich heute die Klosterbäckerei

1925
27. Juni: Stadt und Landkreis schließen einen Vertrag zur Übernahme und Elektrifizierung des Streckenabschnittes nach Glücksburg der Flensburger Kreisbahn (Flensburg – Kappeln).

21. September: Eröffnung der 10 Kilometer langen Straßenbahnlinie 4 von Flensburg nach Glücksburg.

1926
Neue Endschleife für die Linie 4 von der Nikolaistraße über Süderhofenden zum alten Bahnhof.

1929
Linie 1 wird bis zum neuen Bahnhof verlängert, der sich seit 1927 am heutigen Standort befindet (Am alten Bahnhofsstandort wird dann 1931 Deutschlands erster Zentraler Omnibusbahnhof dem Verkehr übergeben).

Seit 1929 fährt Straßenbahnlinie 1 zum 1927 eröffneten neuen Flensburger Bahnhof1934
28. Februar: Nach nicht einmal neun Jahren wird die Linie 4 wieder eingestellt und die Strecke nach Glücksburg erneut von der Kreisbahn übernommen.

1935
Linie 1 wird bis Ostseebadweg verlängert.

1936
Linie 2 wird von Norderhofenden bis zum Kreisbahnhof (etwa bei heutigen Ballastkai) verlängert.

1943
8./9. Oktober: Die Straßenbahnlinie 2 (Marienhölzungsweg – Flurstraße – Burgplatz – Schiffbrücke – Norderhofenden – Kreisbahnhof) wird eingestellt. Statt dessen verkehrt nun zwischen Marienhölzungsweg und Wilhelmstraße ein O-Bus.

1944
Die O-Bus-Linie wird von der Wilhelmstraße bis zur Ballastbrücke verlängert.

Oberleitungsbus (O-Bus) in Flensburg - hier am Ostufer der Förde (im Hintergrund erkennt man den Turm der Nikolaikirche)

1945
Ab dem 16. April ruht der gesamte Verkehrsbetrieb infolge des Kriegsendes.

1946
6. Februar: Die ersten O-Busse fahren wieder, zwei Fahrzeuge sind allerdings noch an die Kieler Verkehrs AG ausgeliehen.

1951-54
Beschaffung von 7 neuen Triebwagen und 8 Beiwagen.

1957
Nachdem 1950 zwischen ZOB und Solitüde eine erste Buslinie eingeführt wurde, werden nun die Straßenbahnlinie 3 und die O-Bus-Linie 2 auf reinen Omnibusbetrieb umgestellt. Es entsteht die Buslinie 3 vom Marienhölzungsweg über den ZOB nach Mürwik.

1969/70
Auch bei der Straßenbahn (Linie 1) wird der schaffnerlose Einmannbetrieb eingeführt.

1971
Beschluss, die letzte 4,2 Kilometer lange Straßenbahnlinie 1 aus Gründen der Rentabilität im Frühjahr 1973 auf Omnibusbetrieb umzustellen.

1973
Der Straßenbahnbetrieb wird in Flensburg zugunsten der seit 1950 wirtschaftlicher eingesetzten Busse endgültig eingestellt.

Die letzte Fahrt der Flensburger Straßenbahn - ein wehmütiger Abschied

Weitere Informationen:
Sonderdruck der Zeitschrift „Der Stadtverkehr“ (1972)