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Erfolgreiche Testfahrten mit Elektro-Gelenkbus

Vom 14. Dezember 2015 bis zum 11. Januar 2016 war ein besonders innovativer Bus auf Flensburgs Straßen zu erleben: Aktiv Bus testete den Protoypen eines rein elektrisch betriebenen Gelenkbusses. Der Bus vom Hersteller Sileo hat Flensburg jetzt wieder verlassen. Die hier gemachten Erfahrungen werden ausgewertet und in die Weiterentwicklung des Fahrzeuges einfließen.

In Flensburg legte der 18 Meter lange Gelenkbus von Sileo während der Testphase 2.067 Kilometer zurück, überwiegend im regulären Linienverkehr auf der steigungsreichen Linie 3. Dabei war er an vier Tagen von morgens bis abends ununterbrochen mit Fahrgästen unterwegs. An diesen Tagen wurden jeweils 210 Kilometer gefahren. Generell beträgt die elektrische Reichweite etwa 300 Kilometer, wobei der Bus laut Herstellerangaben Steigungen von bis zu 20% schafft.

Der Flensburger Test verlief insgesamt erfolgreich, offenbarte aber - wie bei einem Prototypen nicht anders zu erwarten - auch noch Schwächen. U.a. kam es zu Problemen mit den Ladegeräten und der Batterie. An mehreren Tagen waren deshalb zwischenzeitige Werkstattaufenthalte notwendig, und ein Ersatzfahrzeug musste anstelle des Elektrobusses "auf Linie gehen". Die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Elektrobusses liegt bisher deutlich unter der Verfügbarkeit der regulär bei Aktiv Bus eingesetzten Fahrzeuge. Die in Flensburg gemachten Erfahrungen, darunter die Auswertung des tatsächlichen Energieverbrauches, werden in den kommenden Wochen differenzierter ausgewertet und für die technologische Weiterentwicklung des Elektro-Gelenkbusses zur Verfügung gestellt.

Bei den Fahrgästen wurden die Vorteile der Zukunftstechnologie klar erkannt. Neben der Emissionsfreiheit punkten E-Busse mit weiteren Vorteilen: Sie ruckeln nicht beim Schalten, der Motor ist quasi geräuschlos (die Abrollgeräusche der Reifen sind meist lauter als die des Motors) und das hohe Drehmoment sorgt für zügige Beschleunigung, auch am Berg.

Aktiv Bus-Geschäftsführer Paul Hemkentokrax berichtet: „Selbst beim Einkaufen am Wochenende werde ich auf unsere Hybrid- und E-Busse angesprochen. Die Menschen sind gut informiert und nehmen wahr, ob sie in einem reinen E- oder Hybrid-Bus gefahren sind und welches die Vorteile sind. Das ist ein spannendes Thema und die Stimmen unserer Kunden sind ausnahmslos positiv. Ein deutliches Signal dafür, diesen Weg weiter zu verfolgen."

Als Gründungsmitglied des Klimapakt Flensburg e.V. engagiert Aktiv Bus sich schon seit mehreren Jahren für neue Antriebstechnologien. Nach zahlreichen in der Vergangenheit durchgeführten Tests war es ein großer Schritt, als Anfang 2015 erstmalig zwei Hybridbusse von Volvo angeschafft werden konnten. Inzwischen sind drei Hybridbusse (alles Gelenkbusse) im täglichen Einsatz, drei weitere sollen im Laufe des Jahres 2016 hinzukommen.

Insgesamt wird davon ausgegangen, dass die Hybridbusse eine Übergangstechnologie auf dem Weg zur reinen Elektromobilität sind. Nachdem bisher nur 12 Meter lange Elektrobusse getestet werden konnten, bestätigt der jetzt durchgeführte Test die positiven Zukunftsprognosen zum Einsatz von emissionsfreien Elektrobussen. Ab den Jahren 2018/19 könnten erstmals  komplett E-Busse in größerem Umfang im regulären öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt werden.